Freitag,
Nach einem exzellenten Frühstück brachen wir um 8:30 Uhr auf. Mit einem Long-Tail-Boot ging es zum Königspalast. Diese schlanken Boote erreichen durch einen LKW Dieselmoto, der über eine lange Achse am Heck die Schraube antreibt, erstaunliche Geschwindigkeit. Es ist abenteuerlich: Der Turbolader hat keinen Luftfilter, auch der Auspuff fehlt.

Vorbei ging es zunächst am Wat Arun, den wir später noch besuchen wollten. Ziel war der Königspalast und der dort liegende Tempel.
Thailand ist immer noch eine Monarchie. Es ist zwar seit zwei Generationen keine absolute Monarchie mehr, sondern eine parlamentarische, aber die Grenzen sind dort fließend. Bei allem mischt auch das Militär noch recht kräftig mit und besetzt wichtige Stellen der Macht. Während der vorletzte König Rama iX noch sehr weltoffen war, ist sein Sohn Rama X wieder deutlich strenger. Vor dem König muss man sich jetzt wieder auf den Boden werfen, jede unpassende Bemerkung über den König gilt als Beleidigung und führt sehr schnell zum mehrjährigen Aufenthalt in einem thailändischen Gefängnis.
So gibt es immer noch einen prunkvollen Königspalast, auch wenn die Könige seit Rama IX dort nicht mehr wohnen. Die haben sich längst in edle Bungalows zurückgezogen. Der Palast wurde 1782 von König Siams, Rama I errichtet, wobei als Baumaterial zum größten Teil Steine aus der zerstörten Stadt Ayuttaya geholt worden waren. Eine Art Recycling fand also damals schon statt.

Praktisch in den Königspalast integriert ist das What Pra Keo, nennen wir es einmal die Königliche Hauskirche. Das sind schon sehr eindrucksvolle Tempelanlagen.
Im Tempelbezirk war die Hauptfigur eine kleine Buddha Figur, die der König persönlich saisonabhängig kleidet. Gefühlt liefen zehntausende Menschen auf dem Gelände herum. Die königliche Garde in weißer Uniform marschierte auch noch dazwischen. Es herrschte Gedränge ohne Ende, was die Wahrnehmung dieses großartigen Bauwerks und das Fotografieren doch arg beeinträchtigte. Es war ziemlich heiß, wir waren noch nicht an thailändische Temperaturen gewöhnt. Auf dem Gelände war kein kühlender Wind wahrnehmbar.

Gleich neben dem Tempel dann auch der alte Königspalast. Ein betreten der Gebäude war nicht möglich, aber schlecht hat Familie König damals sicher nicht gewohnt. Ganz imposant ist auch die große Krönungshalle. Heute wird der Palast nur noch bei Staatsempfängen zu seinem ursprünglichen Zweck verwendet.

Am Nachmittag folgte eine Fahrt im Boot durch die Klongs von Thonburi, dem Altstadtkern von Bangkok. Es war früher von vielen Kanälen durchzogen, die die Hauptverkehrswege in der Stadt darstellten. Noch heute ist vieles von dieser Lebensweise zu beobachten, auch wenn viele der Kanäle inzwischen zugeschüttet worden sind. Man schaut von dort in die Häuser und Tempel, die auch zahlreich am Ufer stehen. In unserer Reisegruppe entwickelte sich der Sport, nach Waranen Ausschau zu halten. Das sind Tiere mit ähnlichem Aussehen wie Krokodile. Sie sind aber kleiner und im Allgemeinen wenigstens für den Menschen harmlos.

Da wir auf dem Rückweg auch an Wat Arun wieder vorbeikamen, machten wir auch direkt einen Abstecher dorthin. Es heißt auch „Tempel zur Morgenröte“, wir hätten ihn am liebsten „Tempel der Mittagshitze“ getauft.
Auch hier waren es wieder gefühlt zehntausende enscchen, die durch die Anlagen liefen. Alles überragt der fast 90 m hohe Prasat, der Reliquien beinhaltet. Der Baustil der Anlagen erinnert an Tempel und Grabanlagen, wie wir sie schon in Kambodscha gefunden haben. Thailand und Kambodscha gehörten doch lange Zeit zum selben Kulturkreis. Mit dem Boot ging es zurück zum Hotel.

Der Rest des Nachmittag stand zur freien Verfügung, abends stand ein Treffen auf einer Dachterrasse eines Hotels auf dem Programm. Doch tranken wir einen leckeren Februar -Tai, der korrekt eigentlich Mai-Tai heißt. Lecker! Dann war noch das Abendessen in einem Nudelrestaurant angesagt. Wir bekamen allerdings keine einzige Nudel zu sehen, sondern einige Thai Gerichte. Schmackhaft und zum Teil ziemlich scharf. Dazu kam ein Thai Bier, die Dosisgröße betrug 620 ml, für mich ein Novum.
Da wir an die Temperaturen noch nicht gewöhnt waren, herrschte ein gewisses Maß an Erschöpfung, der Abend wurde nicht sehr lang. Oder doch? Auf der Hotel-Terrasse wurde eine Hochzeit gefeiert mit rund 230 Besuchern. Das kann dauern. Tat es aber nicht! Kurz nach 22 Uhr war Ruhe!