Die Reise war schon beeindruckend. Der wesentliche Unterschied zu anderen besuchten Ländern waren die vielen Tempeln mit ungeheuren Goldschmuck und die Klöster. Das hatten wir in dieser Form noch nicht gesehen. Die Bauweise der Grabmale und der Tempel hatten wir bereits in Vietnam und Kambodscha kennen gelernt.
Thailänder sind ausgesprochen höflich und auch hilfsbereit. Der Straßenverkehr ist chaotisch, in Südvietnam war das aber noch viel schlimmer. Staus gehören in den Großstädten auch hier zum Alltag
Das Essen in Thailand ist schmackhaft und ähnelt der vietnamesischen Küche. Allerdings ist es hier schärfer, wenn man nicht ausdrücklich etwas anderes wünscht.
Eine solche Reise wird sehr stark von den Mitreisenden und vom Reiseleiter geprägt. Leider hat sich hier kein Gruppenbewusstsein gebildet. Es gab kleinere Grüppchen, mit manchen Leuten habe ich auf der Reise wahrscheinlich keine drei Worte gewechselt. Das ist schade. Mit anderen Reiseteilnehmern ergab sich manches angenehmes Gespräch. Es gab leider keine Vorstellungsrunde, wie man sie von anderen Reisen kennt. J.T. hat darauf angesprochen gesagt, dass erfolge später. Es gab zwar am ersten Abend eine gemeinsame Mahlzeit bei der alle Leute am selben Tisch saßen, bei anderen Essen waren wir allerdings fast immer an verschiedenen Tischen im Restaurant verstreut. Was ich auch nicht beobachtet habe, ist ein Zusammensitzen am Abend bei einem Glas Wein oder einem anderen Getränk. Bei den bisherigen Reisen haben wir das anders erlebt. Solche Treffen waren immer die Gelegenheit, mit vielen Reiseteilnehmern ins Gespräch zu kommen. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass weitere Kontakte zwischen den Reisenden nicht im Interesse von J.T. waren.
J.T. hat sich korrekt verhalten, bemerkenswert ist, dass er uns immer wieder mit schriftlichen Informationen zur Reise, dem besuchten Orten versorgt hat. Auf diesen Unterlagen war auch jeweils die jeweilige Adresse in Thaischrift vermerkt. Ein solchen Service habe ich bei anderen Reiseleitern noch nicht erlebt. J.T. hat uns sehr viel vorgetragen, er verfügt über umfangreiche Kenntnisse. Bei etlichen technischen, physikalischen oder chemischen Sachverhalten waren die Information allerdings fehlerhaft, das kann ich aufgrund meiner Ausbildung beurteilen. Die Ursache mag darin liegen, dass diese Punkte nicht zum Fachwissen eines Reiseleiters gehören.
Noch optimiert war allerdings wäre, wenn Informationen präziser formuliert würden. Mitunter waren die für uns nicht verwertbar ließen uns in einigen Situationen scheitern.
Das Wiederholen mancher Dinge ist zweifellos erforderlich, um bestimmte Dinge zu erreichen. Bezeichnen wir das als „Lehrer-Syndrom“. Ab einem bestimmten Maß sind Wiederholungen nur störend und bewirken nichts mehr. Die Aufmerksamkeit des Zuhörers lässt erheblich nach. J.T. wiederholte auch trivialen Dinge immer wieder. Insgesamt habe ich auf dieser Reise nur wenig Empathie von J.T. für die Teilnehmer gespürt, jedenfalls wenn ich ihn mit anderen Reiseleiter vergleiche, die ich erlebt habe. Mag sein dass das an einer Inkompatibilität unserer Persönlichkeiten liegt, hier gibt es eben zwei Seiten.