Wir verließen die Stadt Mexiko und fuhren über die Autobahn ins Gebirge. Die Strecke führte in mehr als 3800 m Höhe. Erstaunlicherweise ist diese Hochebene noch grün, es wachsen Bäume, man erkennt die enorme Höhe kaum. Mit der Fahrt nach Taxco begann die Folge der unendlich langen Busfahrten, die sehr belastend waren. Dabei zeigte sich auch der Unterschied zu anderen bisher unternommenen Reisen: Dort wurden solche langen Fahrten auf benutzt, um über Land und Leute im Detail zu informieren. Das reichte von der Vorstellung der sozialen Sicherungssysteme über Kindergarten, das Schulwesen, die Hochschulausbildung bis zur Kultur. Zeitgenössische Musik wurde vorgestellt, ebenso auch aktuelle Literatur. Das war keine Dauerberieselung, verkürzte uns aber die Zeit bei längeren Fahrtstrecken. In Mexiko war das nicht der Fall. Einziger Besichtigungspunkt des Tages war eine angebliche Silbermine. Taxco hatte früher einmal zahlreiche Minen, in denen Silberabgebaut wurde. Im Ort waren dann verarbeitende Betriebe angesiedelt, die daraus in erster Linie Schmuck herstellten. Dadurch ist der Ort bekannt geworden. In den letzten Jahren waren aber die Minen weit gehend ausgebeutet, bzw. war die Bereitschaft zur schweren Arbeit im Bergwerk nicht mehr vorhanden. Die Pandemie tat das Ihrige dazu, so dass es dort heute wohl keine oder nur noch sehr wenige Silberminen gibt.

Diese Mine, die wir besuchten, war allerdings nur noch ein Laden, der Silberschmuck und ähnliche Dinge verkaufte. Insgesamt hat er wohl an unserer Gruppe nicht viel verdient.
Es ging weiter in den Ort. Am Ortsausgang mussten wir den Bus verlassen, der durfte nicht bis an das Hotel fahren. Die Straßen sind sehr eng, eigentlich sollte der Ort ganz autofrei sein. Eigentlich, denn es sah anders aus. Zwischen den Fußgängern quetschten sich Fahrzeugkolonnen durch die engen Gassen. Unsere Koffer waren in einen Wagen verladen worden, der zum Hotel fuhr. Wir gingen zu Fuß.

Vor dem Einchecken haben wir in einem Restaurant auf der Terrasse eines Hausdachs gegenüber des Hauptplatzes eine Kleinigkeit gegessen. Über zahlreiche Treppchen, verwinkelt und eng, gelangte man auf diese Terrasse. Der Lohn war ein fantastischer Blick über den Ort. Die Verpflegung dort oben war recht ordentlich.
Dann ging's zum Hotel gegenüber, ein uriges Gebäude, nicht sehr modern, dafür hatte es aber einen wirklich markanten Charakter.


Es war Sonntag, aber nicht nur deshalb ging es gegenüber in die Kirche. Die Kirche hat mich wirklich vom Hocker gerissen, allerdings waren dort gewaltige großflächige Holzarbeiten zu sehen. Die wurden als besonders sehenswert angepriesen. In der Kirche war noch eine Maskenpflicht angeordnet. Generell wurde in Mexiko noch an vielen Stellen eine Maske getragen. Auch auf den Straßen haben wir noch viele Leute mit Masken gesehen, obwohl es keine Vorschrift dafür gab.


Dann hätte man noch auf den Berg gegenüber mit der Seilbahn fahren können, um auf die Stadt herunter zu sehen, das haben wir uns erspart. Stattdessen sind wir noch zu Fuß durch die Stadt gegangen.
Wirklich ärgerlich war nur, dass es dort so viele Insekten gab: Käfer, made in Mexiko! Selten habe ich so viele davon auf einer Stelle gesehen, die fuhren offenbar über einen Rundweg ständig durch den Ort. Manche Kennzeichen bzw. markante Versionen davon, habe ich immer wieder gesehen. Einige Polizisten standen wild pfeifend an Kreuzungen und Einmündungen, was sie dort bewirken wollten, war nicht zu erkennen. Eigentlich sollte die Stadt ja autofrei sein, aber in Mexiko ist vieles anders.

Abends haben wir auf der Dachterrasse des Hotels noch ein Bier getrunken und eine Kleinigkeit gegessen. Da es sehr windig war, haben wir unter einem Vordach gesessen. Es trafen dort dann noch einige weitere Mitreisende ein, es war ein schöner Abend.

Auf dem Hauptplatz des Ortes war eine Art Bühne aufgebaut, auf der ständig irgendwelche Darbietungen geboten wurden. Schon in der Dunkelheit sind wir heruntergegangen und haben uns von der Stimmung dort einfangen lassen.
