Wir haben die Angewohnheit uns mit elektrischen Geräten zu umgeben, die immer als Ursache herhalten müssen, wenn mal etwas nicht funktioniert. Das können Heizung, Licht Rollladen und mehr sein. Und ständig fällt mir etwas neues ein...

Der Raum hat 4 Rollläden, die motorisch betrieben werden. Hinzu kommen 4 Gruppen von mit je 5 Einbaustrahlern. Schon seit 20 Jahren erfolgt die Bedienung mit einer Funkfernsteuerung. Die Technik dazu fand Platz in einem Kabelkanal, der Netzwerk-, Antennen- und Telefonkabel Heimat gibt. Ebenso sind dort 4 Versorgungsmodule für die alten Halogeneinbaustrahler untergebracht. Das war „natürlich gewachsen“, es wurde immer wieder umgebaut und sah deshalb inzwischen grausam aus.

 

Das sollte im laufenden Betrieb  erneuert werden. Licht und Rolllladen sollten nicht über mehrere Tage ohne Funktion sein. Na denn mal, den Kabelkanal so weit wie möglich demontieren und die Geräte abschrauben, die Verkabelung blieb erst mal dran…

Zunächst mal wurde eine Klemmleiste für alle Zu- und Ableitungen am oberen Kanalende montiert. Das sind die Rollladenkabel mit 5 x 1,5 mm² und die Lichtleitungen mit 3 x 1,5 mm². Für N und SL müssen Sammelklemmen her. Die Klemmleiste blieb zunächst noch leer.

Zweite Baustelle ist die Verteilung der Steuer- und Telefonkabel. In jedem Raum endet ein 10-paariges Kabel mit 20 x 0,4 mm². Das verzweigt in die Telefonleitungen im Raum, sogar ISDN ist noch dabei, Ja ein paar ISDN-Telefone sind noch aktiv. Dann führen zu jedem Heizkörper Steuerleitungen mit Cat-5-Kabeln. Die waren damals beim Umbau noch vorrätig. Von kleinen Anschlussbuchsen wurden die Ventilantriebe bedient, ebenso ein steckbares Fernthermometer, das seine Daten an einen Steuerrechner im Keller sandte.

Hier bot es sich an, Eine LSA-Klemme einzubauen, die fand am unteren Kanalende ihren Platz. Alle Kabel konnten sauber aufgetackert werden. Das konnte mit etwas Vorsicht sogar „life“ ohne Abschaltung erfolgen. Telefonisch waren wir stets noch erreichbar.

Die alten  Halogenstromversorgungen hatten sich als wahre Störsender bis weit in den Kurzwellenbereich erwiesen. Das kam bei mir als Amateurfunker gar nicht gut an. Da die 20 Strahler in der Decke statt 20 x 50 Watt nun dank LED-Technik nur noch 20 x 6,5 Watt benötigen, wurde hier wie in anderen Räumen auch ein 150 Watt-Netzteil verwendet, das 12 V Gleichspannung liefert. Die Kleinspannung kann leicht mit MOS-FETs geschaltet werden.

Allerdings liefert die Lichtschaltung 230 V. Das sind die alten Decken- und Wandanschlüsse, die bis in den Kanal verlängert wurden. Vier Koppelrelais auf einer weiteren Hutschiene im oberen Teil des Kanals beheben das Problem, die Steuergeräte erhalten nur noch 12V.

 

Diese Lichtschaltung erfolgt von einem kleinen Schaltgerät im Kanal. Es ist über ein I2C-Kabel mit dem Steuergerät verbunden. Die Schalterinformationen gelangen so zum „Rechnerchen“, die Daten für die MOS-FETs gehen den umgekehrten Weg. Ist das Steuergerät nicht in Betrieb, werden die Leuchten direkt von den Eingangssignalen geschaltet. Das gleiche Modul wird auch in anderen Räumen verwendet.

 

Dann gibt es eine „Relaiskiste“, die Rollläden bedient, das 12V-Netzteil abschalten kann und eine Rollladenzeitschaltuhr anbindet. Hier haben 23 Industrierelays ihren Arbeitsplatz. Da auch dieser Baugruppentyp auch an anderer Stelle verwendet wird, wo sogar 8 Rollladengruppen sind, ist diese Baugruppe hier etwas überdimensioniert. Auch hier ist der Betrieb ohne das Steuergerät möglich, die Zeitschaltuhr fährt dann alle Rollladen synchron.

 

Das Steuergerät ist in einem weiteren Gehäuse untergebracht. Es bedient die Relaisgruppe, die Lichtschaltung und nimmt Daten von einigen Sensoren entgegen. Weiter ist ein WiFi-Modul  und ein 866MHz-Empfänger eingebaut, eine Echtzeituhr und ein Hardwarewatchdog. Der Prozessor ist ein ESP 32, der auch mit dem Webserver und einem Datenmodul nicht ausgelastet wird. Klar, auch diese Baugruppentyp wird auch an anderen Stellen verwendet.

Übrigens: Alle Verbindungen sind steckbar, dort wo Netzspannung im Spiel ist oder Lichtstrom fließt, sind Molex-Verbinder eingesetzt. Ansonsten werden Klinkenstecker, RJ45-Verbinder oder andere Normverbindungen eingesetzt. Versorgt werden alle Module von einem 15V-Steckerrnetzteil, denn das „dicke“ Netzteil ist nur in Betrieb, wenn es benötigt wird.

Dann kam die Umschaltung. Die Licht- und Rollladenleitungen wurden auf die Klemmleiste gelegt, der Rest war vorverdrahtet. Angeschlossen mussten auch die Lichtkabel. Da von jedem Einbaustrahler ein Kabelpaar kommt, ist das ein Mordsbündel, die Stromaufnahme einer 12 V Halogenlampe mit 50 Watt liegt über 4 A. Davon waren 20 Stück verbaut, das war eine richtige Deckenheizung. Bei heutigen Energiepreisen wäre das wie Geld zu verbrennen. Im wahren Sinn des Wortes!

Die Inbetriebnahme war ziemlich problemlos, nur die Reihenfolge der Relaisleitungen war genau umgekehrt, die Zählweise war falsch. Da wurden dann einige Leitungen umgeklemmt, obwohl man das auch im Steuerprogramm ändern könnte. Es sind  reichlich kleine Leds in den Geräten verbaut sind, das ist fast eine kleineLichtorgel. Die hilft aber bei aber bei der Fehlersuche, weil man viele Ein- und Ausgangssignale im Blick hat.. Auch an der Software wurden noch einige Korrekturen  vorgenommen. Da aber bei allen Steuergeräten im Haus gleiche Softwaremodule für WiFi- NTP, Sensorik usw. genutzt werden, sind gravierende Fehler kaum denkbar. Oder in allen Geräten vorhanden…

Andere Zimmer haben  eine ähnliche Technik, allerdings versorgt dort auch ein Gerät auch mal zwei Räume, wie die Straßenseite im EG. Dann passen die erforderlichen Relais auch auf die Platine des Steuerrechnercheen. Die Schaltungen sind Eigenentwicklungen, die Platinen mit KICAD entworfen und geprüft und dann industriell gefertigt. Die Sicherheitsvorschriften werden eingehalten, hoffe ich jedenfalls, denn die vermehren sich schneller als Kaninchen. Berufsbedingt bin ich auf dem Gebiet nicht ahnungslos, fachlich sollte es keinen Grund für Beanstadungen geben.