Es sind viele Aufforderung verschickt worden, mit Elster eine Grundsteuererklärung abzugeben. Das sollte also wohl jeder Bürger zwischen 18 und 88 dann wohl schaffen können.

Gesetzt den Fall, man hat bereits einen Elsterzertifikat, kann man sich ganz leicht im Portal anmelden.
Mit etwas Routine kann man sich zum Grundsteuerformular durchklicken. Im ersten Punkt lauert bereits das Übel: Eine Hauptfeststellung für ein bebautes Grundstück, dass ist vielleicht noch naheliegend.

Für die Angaben zur Gemarkung und der Flurstücke muss man schon tiefer ausholen. In NRW stehen manche der Angaben bereits in der Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung. Weshalb muss man die dann nochmal abfragen und eintragen? Bei manchen Angaben wiederum hilft nur ein Grundbuchauszug. Klar, sowas haben wir doch alle sofort griffbereit...
Beim Punkt "Eigentümer" wird es dann spannend. Wehe man trägt nur einen der Ehepartner ein oder vergisst die Angabe des Anteils, die Rache kommt später.

Richtig schöne Fußangeln sind auch jeweils bei der "Empfangsvollmacht" verbaut. Beim Anredeschlüssel ist "keine Angabe"vorgegeben, was aber nicht akzeptiert wird. Nein, an muss explizit "ohne Anrede" wählen. Spätestens wenn man zum Punkt "Prüfen" kommt, reicht der Platz auf dem Bildschirm für die gefundenen Fehler und Konflikte nicht mehr aus. Spätestens an dieser Stelle ist die Einnahme eines Beruhigungsmittel dringend zu empfehlen.

Bei den Angaben zur "Art der wirtschaftlichen Einheit" wird man verzweifeln: Egal was man hier auch immer ankreuzt, es ist falsch! Das Anklicken eines der Fragezeichen wird wohl nur genau dieses Symbol in die imaginäre Sprechblase über ihren Kopf befördern! Auch wenn man die diversen Hilfe-Videos im Netz schaut, wird man nicht schlauer.

Ja, die Prüfung des Hauptvordrucks kann nur gelingen, wenn man zuvor die Anlage 2 ausgefüllt hat, ist doch naheliegend, oder?
Während man die Angaben zur Grundstücksart vielleicht doch hinbekommt, muss man später den Bodenrichtwert angeben. In NRW steht der im Schreiben, das man erhalten hat, in Niedersachsen muss man sich auf einer nicht funktionierenden Webseite durch einen Assistenten hangeln, der meistens so frei ist, mehrere verschiedene Ergebnisse anzubieten.
Bei Wohngrundstücken darf man dann noch endlose Listen mit Angaben zum Gebäude füllen. Klar, dass man das Baujahr und die Fläche aller Wohnungen Garagen und Keller auswendig weiß, besonders wenn man das Gebäude nicht selbst hat errichten lassen.
Nach meiner Erfahrung mit mehreren dieser Erklärungen kann ich nur sagen, dass im ersten Versuch immer Fehler bleiben, egal was man auch immer in das Formular einträgt. Oder man kann bestimmte Einträge gar nicht vornehmen, die Eingabefelder sind gesperrt. An dieser Stelle ist es dann Zeit für eine zweite Einnahme des Beruhigungsmittels.

Es ist nicht unschädlich, wenn man nach 2 Stunden aufgibt. Immerhin kann man alle Eingaben, die bisher erfolgt sind, speichern. Nur darf man dann nichts anderes mit Elster machen, denn dann ist das bisher bearbeitete Formular verloren. Es macht sowieso keinen Sinn, daran weiter zu basteln. Besser ist  es, das Formular zu verwerfen und neu anzufangen. In immerhin zwei Fällen gelang im zweiten Anlauf die Eingabe mit den gleichen (!) Daten.

Die Eingaben werden wohl kaum so korrekt sein. Das wird man spätestens erfahren, wenn man einen horrenden Steuerbescheid bekommt. Mal sehen wie das dann weitergeht, wahrscheinlich wird es dann heißen: "Sie haben diese Angaben selbst gemacht!"
Ja, im Schreiben des Finanzamts ist eine Hotlinenummer angegeben. Man muss nur mal versuchen, dort anzurufen. Warteschleife, kurze Meldung,, weitere Warteschleife, dann der plötzliche Abbruch der Verbindung. Alternativ wird blockiert die kurze Meldung, dass der Dienst vorübergehend nicht zur Verfügung steht.
Zweifelsohne ist das Einholen aller Informationen nicht ganz einfach. Aber die Leute, die diese Software verbrochen haben, nennen sich Fachleute. Mag sein, dass Sie das auch sind, aber sie haben jeglichen Bezug zur Realität verloren. Der Prozess wird so kompliziert und unübersichtlich gestaltet, dass ein reibungsloser Ablauf fast unmöglich ist. Mit dem Ärger, den Konsequenzen lässt man den Steuerzahler allein. In anderen Berufen würde man Mitarbeiter, die vergleichbare Ergebnisse abliefern, zum Teufel jagen.